{"id":3474,"date":"2024-05-27T13:45:00","date_gmt":"2024-05-27T13:45:00","guid":{"rendered":"https:\/\/magazin.haz.ch\/?p=3474"},"modified":"2025-12-10T11:31:31","modified_gmt":"2025-12-10T11:31:31","slug":"diversitaet-in-clubraeumen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/magazin.haz.ch\/?p=3474","title":{"rendered":"Diversit\u00e4t in Clubr\u00e4umen"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-stackable-heading stk-block-heading stk-block-heading--v2 stk-block stk-d222a2d stk-block-background\" id=\"span-style-color-var-theme-palette-color-8-ffffff-class-stk-highlight-das-nachtleben-ist-ein-fester-bestandteil-der-queeren-kultur-und-fur-viele-ein-sicherer-raum-um-die-eigene-identitat-zu-zelebrieren-clubraume-versuchen-immer-inklusiver-zu-werden-um-neue-personen-anzulocken-die-dj-szene-bleibt-oft-von-dieser-diversifizierung-ausgeschlossen-elle-bohner-im-gesprach-uber-musik-mit-ecostyler-einem-queerfeministischen-dj-kollektiv-bestehend-aus-ndl-0-vu-und-homeboi-xtra-span\" data-block-id=\"d222a2d\"><style>.stk-d222a2d {background-color:var(--theme-palette-color-1, #441C75) !important;}.stk-d222a2d:before{background-color:var(--theme-palette-color-1, #441C75) !important;}<\/style><h4 class=\"stk-block-heading__text\"><span style=\"color: var(--theme-palette-color-8, #ffffff);\" class=\"stk-highlight\">Das Nachtleben ist ein fester Bestandteil der queeren Kultur und f\u00fcr viele ein sicherer Raum, um die eigene Identit\u00e4t zu zelebrieren. Clubr\u00e4ume versuchen immer inklusiver zu werden, um neue Personen anzulocken. Die DJ-Szene bleibt oft von dieser Diversifizierung ausgeschlossen. Elle Bohner im Gespr\u00e4ch \u00fcber Musik mit Ecostyler, einem queerfeministischen DJ-Kollektiv, bestehend aus NDL0VU und HomeboiXtra.<\/span><\/h4><\/div>\n\n\n\n<p>Interview: Elle Bohner<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\"><span style=\"color: var(--theme-palette-color-1, #441C75);\" class=\"stk-highlight\"><strong>Wie kam es zur Gr\u00fcndung von Ecostyler?<\/strong><\/span><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\">Wir haben zu der Zeit zusammen\u00adge\u00adwohnt, studiert und dadurch viel zusammengearbeitet. Uns ging es vor allem darum, dass damals die Musik, die wir m\u00f6gen, nicht in den Clubs gespielt wurde. Dass die Musikindustrie allgemein sehr weiss- und cis-m\u00e4nnerdominiert ist, f\u00fchrt auch dazu, dass Genre als fix betrachtet wird. Das \u00e4ndert sich nur langsam. Wir denken, dass das vor allem Gatekeeping ist, und deswegen spielen wir alles, was f\u00fcr uns zusammenpasst und was uns gef\u00e4llt. Ausserdem kommt unsere Musik auch mit einem Anspruch an einen Raum. Wir wollen nicht Teil von R\u00e4umen sein, in denen Gewalt und Hass in irgendeiner Form toleriert werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\"><span style=\"color: var(--theme-palette-color-1, #441C75);\" class=\"stk-highlight\"><strong>Inwiefern spielt Inklusion in eurer Arbeit eine Rolle, insbesondere in Bezug auf die m\u00e4nnlich dominierte DJ-Szene?<\/strong><\/span><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\">Im Studium haben wir uns 2018 mit safe*r spaces in Partysettings befasst und finden es sch\u00f6n, dass Awareness-Strukturen sich langsam normalisieren. Leider ist es aber vor allem in weissen, kommerziellen R\u00e4umen so, dass Leute die Arbeit nicht machen wollen, die eigentlich dahintersteckt, einen sichereren Partyspace zu schaffen. <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image aligncenter size-full\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/magazin.haz.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/202402_Ecostyler.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-3476\"\/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Das DJ-Kollektiv Ecostyler. Bild: Aline Schmid.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\">Mit Projekten wie der B2B2B2B2B2B-Party in Basel konnten wir diese Anspr\u00fcche an den Raum selbst umsetzen und mit unseren Freund*innen so Party machen, wie wir es gut finden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\"><span style=\"color: var(--theme-palette-color-1, #441C75);\" class=\"stk-highlight\"><strong>Welche Herausforderungen habt ihr beim Streben nach Diversit\u00e4t und Inklusion in der DJ-Szene erlebt? <\/strong><\/span><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\">Einerseits gibt es diesen Anspruch, dass DJs, die femme-presenting sind, beim Auflegen gleichzeitig hot sein m\u00fcssen. Das ist sowieso in jedem Bereich so, aber im Club musst du als Femme eigentlich auch noch Animatorin und Thirst Trap sein, damit deine Musik gut ankommt. Ausserdem kommt es vor, dass Techniker*innen oder andere Menschen uns w\u00e4hrend dem Auflegen Dinge erkl\u00e4ren wollen, oder uns nicht zugeh\u00f6rt wird, wenn wir von Technikpersonen etwas brauchen, weil sie denken, wir wissen nicht, wovon wir reden. Wir denken, dass eigentlich alle Schwarzen, queeren Artists es kennen, wie sehr man sich teilweise durchsetzen muss, damit man als Professional ernst genommen wird. F\u00fcr uns ist klar, dass die Clubszene sich immer wieder an Black Queer Culture bedient, so wie es eigentlich alle Kunst- und Kulturbereiche machen. Gleichzeitig werden aber die Leute, denen die Kultur eigentlich geh\u00f6rt, immer wieder aus diesen R\u00e4umen ausgeschlossen. Oftmals wird auch einfach Tokenismus* betrieben, um nach aussen diverser zu wirken.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"has-large-font-size\">\u00abIm Club musst du als Femme eigentlich auch noch Animatorin und Thirst Trap sein, damit deine Musik gut ankommt.\u00bb<\/p>\n<\/blockquote>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\">Auch gehen Bookings f\u00fcr grosse Veranstaltungen wie die Street Parade, Festivals oder Club-Residencies nach wie vor oft an weisse M\u00e4nner, obwohl mittlerweile allen klar sein sollte, dass zum Beispiel auch Techno Schwarze Musik ist. Am Gurten Festival ver\u00e4ndert sich das seit ein paar Jahren ein bisschen, aber unseres Wissens nur darum, weil die Berner QTBIPOC-Szene Einfluss aufs Booking hat. Oftmals m\u00fcssen wir auch f\u00fcr angemessene Gagen k\u00e4mpfen, und es wird erwartet, dass wir gratis arbeiten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\"><span style=\"color: var(--theme-palette-color-1, #441C75);\" class=\"stk-highlight\"><strong>Welche Rolle spielt Musik eurer Meinung nach dabei, politische Botschaften zu vermitteln?<\/strong><\/span><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\">Wir hatten musikalisch verschiedene \u00c4ren, und das wird sich auch weiterhin ver\u00e4ndern. Anfangs wollten wir mit unserer Musik Emotionen ausdr\u00fccken, die wir gegen\u00fcber Systemen und Institutionen haben. Sp\u00e4ter haben wir uns mehr auf die Musik an sich fokussiert. Es geht uns auch darum, R\u00e4ume zu reclaimen, sie mehr Black und mehr queer zu machen. Beispielsweise in der Auswahl der Tracks und in der Botschaft. Heute spielen wir, was wir wollen, und sind dabei darauf fokussiert, BIPOC-Femme- und Queer-Producers zu spielen. <\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"has-large-font-size\">\u00abHeute spielen wir, was wir wollen.\u00bb<\/p>\n<\/blockquote>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\">Uns ist es wichtig, dass wir von uns selbst ausgehen und uns nicht zu sehr einschr\u00e4nken lassen von politischen Anspr\u00fcchen der weissen, linken politischen Szene, die meist einen rein akademischen Hintergrund hat. Auch wenn wir studiert haben, geh\u00f6ren wir dieser Klasse nicht an und sind ganz anders aufgewachsen. Wir m\u00f6chten auch ein St\u00fcck Nostalgie an unsere Herk\u00fcnfte feiern und uns nicht von diesen Einfl\u00fcssen einsch\u00fcchtern lassen. Auch Queerness ist in der Schweiz sehr weiss dominiert, und wir m\u00f6chten unsere schwarze Queerness selbst definieren und zelebrieren. Gleichzeitig sind wir an den Decks immer offen daf\u00fcr, wenn uns Betrof\u00adfene sagen, wenn sie etwas nicht easy finden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\"><span style=\"color: var(--theme-palette-color-1, #441C75);\" class=\"stk-highlight\"><strong>Wie w\u00fcrdet ihr den Sound von Ecostyler beschreiben?<\/strong><\/span><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\">\u00abafro and caribbean infused electronica meet a fusion of brazilian baile bass and techno subgenres \u2013 bass, percussion and synth heavy \u2013 creating a unique blend of afro-diasporic experiences: Afro and Caribbean infused Electronica treffen auf eine Fusion von brasilianischem Baile Bass und Techno-Sub\u00adgenres. Die Schwere von Bass, Percussion und Synth kreieren eine einzigartige Mischung aus afro-diasporischen Erfahrungen.\u00bb<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-white-color has-palette-color-1-background-color has-text-color has-background has-link-color has-medium-font-size wp-elements-b8d170353916225468800d5112ece965\">* beschreibt, wenn Menschen aufgrund von ihnen zugeschriebenen Kategorien (z. B. Frau oder Schwarz) als Repr\u00e4sentant*innen oder Vertreter*innen einer marginalisierten Gruppe angesehen werden und vor allem eine Alibifunktion erf\u00fcllen. So wird oft Diskriminierung verdeckt. (vielfalt-mediathek.de)<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Nachtleben ist ein fester Bestandteil der queeren Kultur und f\u00fcr viele ein sicherer Raum, um die eigene Identit\u00e4t zu zelebrieren. Clubr\u00e4ume versuchen immer inklusiver zu werden, um neue Personen anzulocken. Die DJ-Szene bleibt oft von dieser Diversifizierung ausgeschlossen. 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