{"id":3450,"date":"2024-01-27T06:30:28","date_gmt":"2024-01-27T06:30:28","guid":{"rendered":"https:\/\/magazin.haz.ch\/?p=3450"},"modified":"2025-12-11T11:42:02","modified_gmt":"2025-12-11T11:42:02","slug":"im-gespraech-mit-detty-berta-ich-bin-das-haus-das-haus-bin-ich","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/magazin.haz.ch\/?p=3450","title":{"rendered":"Im Gespr\u00e4ch mit Detty Berta: \u00abIch bin das Haus, das Haus bin ich\u00bb"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-stackable-heading stk-block-heading stk-block-heading--v2 stk-block stk-734a943 stk-block-background\" id=\"span-style-color-var-theme-palette-color-8-ffffff-class-stk-highlight-freiwilligenarbeit-in-der-queeren-community-ist-oft-nicht-nur-ein-unentgeltliches-engagement-sondern-fur-viele-menschen-auch-eine-moglichkeit-halt-und-stabilitat-in-der-com-munity-zu-finden-detty-berta-erzahlt-span\" data-block-id=\"734a943\"><style>.stk-734a943 {background-color:var(--theme-palette-color-1, #441C75) !important;}.stk-734a943:before{background-color:var(--theme-palette-color-1, #441C75) !important;}<\/style><h4 class=\"stk-block-heading__text\"><span style=\"color: var(--theme-palette-color-8, #ffffff);\" class=\"stk-highlight\">Freiwilligenarbeit in der queeren Community ist oft nicht nur ein unentgeltliches Engagement, sondern f\u00fcr viele Menschen auch eine M\u00f6glichkeit, Halt und Stabilit\u00e4t in der Com\u00admunity zu finden. Detty Berta erz\u00e4hlt.<\/span><\/h4><\/div>\n\n\n\n<p>Interview: Elle Bohner<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\"><span style=\"color: var(--theme-palette-color-1, #441C75);\" class=\"stk-highlight\"><strong>Wie kamst du zur Freiwilligenarbeit im Regenbogenhaus und zu deiner eigenen Arbeitsgruppe bei den HAZ\u2009\u2013\u2009Queer Z\u00fcrich?<\/strong><\/span><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\">Ich habe schon 2016 versucht, in der Community in Z\u00fcrich aktiv zu werden, aber irgendwie habe ich nichts gefun\u00adden, was wirklich gepasst hat. Die Dinge waren entweder sehr etabliert oder sehr unprofessionell. Das Regenbogenhaus war etwas Neues, gerade am Entstehen. Im Juni 2021 \u00f6ffnete das Haus schliesslich seine T\u00fcren f\u00fcr die \u00d6ffentlichkeit und ich begann als Mitglied des ersten Freiwilligenteams: Team Regenbogenhaus. Am Anfang war w\u00e4hrend unserer \u00d6ffnungszeiten sehr wenig los. Das Team und die angebotenen Aktivit\u00e4ten wuchsen allm\u00e4hlich, die Leute kamen, und ich engagierte mich auch als organisierende Mode\u00adratorin in der Diskussions\u00adgruppe Queer-Migs. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\">Wir trafen uns monatlich und sprachen \u00fcber einen Themenbogen, den ich haupts\u00e4chlich zusammengestellt und vorbereitet hatte. Das hat Spass gemacht und ich glaube, die Leute mochten die Gruppe. Ich habe das etwas mehr als ein Jahr lang gemacht, nun existiert die Gruppe unter neuer Leitung. Es gab einige negative Bekanntschaften im Haus, die aber nie einen Schatten auf die riesige Menge an posi\u00adtiver Energie und den positiven Austausch werfen konnten, die mir das Haus bescherte. Es war auch neu f\u00fcr mich, wie man sich in der queeren Community bewegt und dabei passieren einem selbst nat\u00fcrlich auch Fehler. Die Leitung des Regenbogenhauses und der HAZ\u2009\u2013\u2009Queer Z\u00fcrich hat mir immer den R\u00fccken<br>gest\u00e4rkt und mich in schwierigen oder diskriminierenden Situationen gesch\u00fctzt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\"><span style=\"color: var(--theme-palette-color-1, #441C75);\" class=\"stk-highlight\"><strong>Inwieweit hat deine Freiwilligenarbeit in der queeren Community deine pers\u00f6nliche Entwicklung beeinflusst?<\/strong><\/span><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\">F\u00fcr mich ist das Ehrenamt mehr als eine sinnvolle Besch\u00e4ftigung, auch mehr als nur der Gemeinschaftsaspekt. Die Gr\u00fcndung des Regenbogenhauses hat meine eigene Transition stark mitgepr\u00e4gt. Es gab mir einen Grund, mich schick zu machen und zweimal pro Woche aus dem Haus zu gehen, um Feedback zu bekommen und mich \u00fcber alles, was trans und nicht-trans ist, auszutauschen. Mein weiblicher Geschlechtsausdruck erbl\u00fchte, w\u00e4hrend ich zur selben Zeit in die soziale Rolle und Wahrnehmung einer Frau hineinwuchs. Was ich von der Community bekommen habe, ist die offensichtlichste und nat\u00fcr\u00adlichste Wahrnehmung meiner wahren Geschlechtsidentit\u00e4t von Anfang an.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image aligncenter size-full\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/magazin.haz.ch\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/202401_detty-e1751007789654.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-3460\"\/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Detty Berta<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\">Die M\u00f6glichkeit, vom Baby-Trans zu der zu werden, die ich jetzt bin, hat alle anderen Elemente der Transition katalysiert, die rechtlicher, medizinischer und sozialer Natur sind. Wir haben alles im Haus von Grund auf gemeinsam aufgebaut. Alle Einrichtungen, Angebote, die gesamte Arbeitsweise sowie das Team wurden schrittweise \u00fcber die letzten 2,5 Jahre hinweg entwickelt. In dieser Zeit war ich auch im Prozess, eine Frau zu werden \u2013 in the making as a woman. Deshalb kann ich mit gutem Gewissen sagen: Ich bin das Haus, das Haus bin ich.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\"><strong><span style=\"color: var(--theme-palette-color-1, #441C75);\" class=\"stk-highlight\">Wie haben dein Hintergrund und deine pers\u00f6nlichen Erfahrungen deine Herangehensweise an die Freiwilligenarbeit in der queeren Community gepr\u00e4gt?<\/span><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\">Man sagt, es sei sehr schwer, sich als Ausl\u00e4nder*in in der Schweiz zu integrieren. Sollte das stimmen, hatte ich grosses Gl\u00fcck, denn ich hatte immer das Gef\u00fchl, dass hier niemand aufgrund der Herkunft ausgeschlossen wird, man ist in erster Linie queer und das ist, was z\u00e4hlt. Auch wenn mein Deutsch nicht schweizerisch ist und ich auch nicht immer alles verstehe, was in einem Dialekt gesagt wird, hat es mich nie von einem Besuch des RBH abgehalten. Die Leute wollen mich verstehen und sind interessiert an meiner Geschichte. Ich kann sagen, dass ich jetzt sowohl offiziell als auch gesellschaftlich Schweizerin bin. Das ist auch etwas, wof\u00fcr ich dem Haus dankbar bin, und ich sehe, dass Menschen mit nicht perfektem Deutsch \u00e4hnlich willkommen sind.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\"><strong><span style=\"color: var(--theme-palette-color-1, #441C75);\" class=\"stk-highlight\">Du hast der queeren Gemeinschaft viel Zeit, Energie und Unterst\u00fctzung gewidmet. Welchen Rat w\u00fcrdest du Menschen geben, die sich engagieren m\u00f6chten?<\/span><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\">Wie du sehen kannst, ist der Gesamtnutzen, den ich aus der Freiwilligen\u00adarbeit gezogen habe, ein enormes Paket. Aber ich musste durchhalten, ich musste immer wieder kommen, ich musste viele langweilige Stunden Diskussionen ertragen, bei denen ich dachte, was zum Teufel mache ich hier eigentlich. Ich war zur richtigen Zeit am richtigen Ort, aber es gibt hier noch viel Raum, um etwas beizutragen. Deshalb kann ich allen Interessierten nur raten, zu kommen und das Regenbogenhaus zu ihrem Zuhause zu machen. Schnuppert rein in das Geschehen, engagiert euch auch bei der HAZ\u2009\u2013\u2009Queer, geniesst die Veranstaltungen. Investiert und schaut, was dabei herauskommt. Bleibt dran und das Regenbogenhaus sowie die Menschen darin werden fr\u00fcher oder sp\u00e4ter auch Teil von euch selbst werden. Und das ist wahrscheinlich der Sinn der Freiwilligen\u00adarbeit: dazuzugeh\u00f6ren, wo man gesehen wird.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Freiwilligenarbeit in der queeren Community ist oft nicht nur ein unentgeltliches Engagement, sondern f\u00fcr viele Menschen auch eine M\u00f6glichkeit, Halt und Stabilit\u00e4t in der Com\u00admunity zu finden. Detty Berta erz\u00e4hlt. Interview: Elle Bohner Wie kamst du zur Freiwilligenarbeit im Regenbogenhaus und zu deiner eigenen Arbeitsgruppe bei den HAZ\u2009\u2013\u2009Queer Z\u00fcrich? 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